Leinöl

Bereits in der Steinzeit wurde Leinsaat (Flachs) in unseren breiten kultiviert. In Pfahlbauten wurden 3000 bis 4000 Jahre alte Samen und Leinengewebe gefunden. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde Lein in großem Stil angebaut. Die himmelblauen, zarten Blüten verzauberten ganze Landstriche.

Inhaltstoffe:
Alpha- Linolensäure Linolsäure Ölsäure gesättigte Fettsäuren Fettbegleitstoffe
45-71% 12-24% 17-23,5% 10% 2%

Kaltgepresstes Leinöl ist gold-gelb. Das Öl riecht würzig nach Heu und hat eine fischige Note Es schmeckt leicht nussig und heuartig, nach langer Lagerung eher bitter und kratzig.

Verwendung:
Aufgrund des hohen Gehalts an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren härten aus, weshalb sie z. B. als Bindemittel in Ölfarben geeignet sind. Diese Aushärtung ist ein Prozess, der sich in Abhängigkeit von Sauerstoff, Licht, Temperatur, Luftfeuchte und Zuschlagstoffen über Jahre bis Jahrzehnte hinziehen kann. Das polymere Endprodukt heißt Linoxyn und ist das Ausgangsprodukt des Linoleums. Leinöl ist sehr luftempfindlich, es schmeckt deshalb bereits nach kurzer Zeit bitter. Es sollte nach dem Öffnen kühl aufbewahrt werden. Auf Grund seines niedrigen Schmelzpunkts von etwa -16 bis -20C kann Leinöl auch im Tiefkühlfach aufbewahrt werden, ohne fest zu werden. Es ist dort über mehrere Wochen ohne Geschmackseinbußen haltbar Die Kaltpressung in der Schneckenpresse erfolgt unter 37C. Die im Speiseöl nach dem Pressen enthaltenen Schwebstoffe setzen sich nach kurzer Zeit ab und man erhält ein klares, gold-gelbes Speiseöl. Bei der Pressung fällt neben dem Leinöl der feste Pressrückstand als Presskuchen an. Dieser Pressrückstand wird als hochwertiges Futtermittel vor allem für Pferde eingesetzt

Verwendung in der Küche:
Insbesondere in der Lausitz und in Schlesien wird Leinöl in milchhaltigen Speisen wie Quark mit Kartoffeln oder Pellkartoffeln, Gurkensalat oder sauren Hering in Sahnesauce verwendet. Durch die Ölschicht auf den Milchspeisen werden diese nicht so schnell sauer, ein Umstand, der früher im Sommer intensiv genutzt wurde. Leinöl kommt auch in Verbindung mit Senf, Erdnuss- oder Kokosnussöl zur Anwendung.

Anwendung in der Kosmetik:
Innerlich genommen hat Leinöl eine positive Wirkung auf unterschiedlichste Hautprobleme, besonders bei irritierter, entzündeter und trockener Haut. Äußerlich angewendet ist Leinöl hilfreich bei schmerzhaften Hautrissen und Schädigungen nach Röntgen- und UV-Bestrahlungen.

Anwendung in der Medizin:
Der regelmäßigen Einnahme von Leinöl wird eine Regulierung des Blutdruckes zugeschrieben. Es hat eine antibakterielle Wirkung. Leinöl dient als Grundlage für die Herstellung von Salben, Wundpudern und dickflüssigen Einreibungen.